Siegl Andrea on Wed, 16 Feb 2000 13:29:18 +0100


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Syndicate: sth german on r.fleck by sabine b. vogel




---------- Forwarded message ----------
From: "Sabine B. Vogel" <sbv@magnet.at>
To: ..list 
Date: Wed, 09 Feb 2000 18:01:12 +0100
Subject: fleck, die zweite

ueber die Motivation kann nur spekuliert werden, aber Robert Fleck laeszt
die Gunst der Stunde nicht vorueberziehen und setzt seine unbedachten
Boykott-Aufrufe weiter fort - diesmal mit Portraitfoto im
"Standard" (9.2.2000)

Er ist sich selbst im Klaren und behauptet dasselbe fuer alle "Kuenstler,
Kritiker, Museumsleute und Sammler": in einem Land, in dem Nazis
Regierungsverantwortung tragen, kann man nicht mehr ausstellen,
zumindest nicht in oeffentl. Institutionen, so der Zusatz.

koennte stimmen, Robert F. - denn Haider und Buben wollen sicher keine
kritischen, politischen, nicht einmal "modernen" kuenstlerischen Stimmen.
und der Kunststaatssekretaer moechte "Volkskunst" unterstuetzen. Der
Boykott-Aufruf von Robert F. entspricht also exakt der Linie der neuen
Regierung. Fuer wen, Robert F., redest Du eigentlich?

"ein lueckenloser Boykott hilft den freiheitsliebenden Kuenstlern...": ja,
die Lage ist desolat - aber Hilfe brauchen wir eigentlich noch nicht,
Robert F. vor allem Deine FPOe-getreue Hilfe nicht.

keine ausstellungen in Instiutionen = keine Sichtbarkeit = keine Stimme =
keine Existenz. Aber dann, dann setzt Roberts "Zeit und Energie" ein, und
verhilft den oesterreich. Kuenstlern zu den Ausstellungen im Ausland...
oder wodrauf willst Du, Robert F., Deine Zeit und Energie neben dem
Schulbetrieb da konzentrieren?

Seit Jahrzehnten kaempfen oesterreich. Kuenstler - und Kuenstlerinnen,
Robert F., auch Frauen sind darunter - darum, einen selbstverstaendlichen
Platz in der buergerlichen Gesellschaft einzunehmen und beanspruchen zu
koennen. Mit einem Boykott waere der ganz unauffaellig wieder verloren,
und zwar ohne dasz irgendeine Partei sich dazu die Finger verbrennen
mueszte. Schon mal drueber nachgedacht, Robert F.?

Wie schnell Maulkoerbe aus welch erstaunlichen Richtungen, getarnt als
Hilfe, angeboten werden, Robert F. Deine Hilfe brauchen die oesterreich.
Kuenstler und Kuenstlerinnen, Kritikerinnen und Kritiker, Kuratorinnen und
Kuratoren nicht. Hilflos ist hier noch niemand! Konstruktive Taten - das
ist gefragt. Stellungnahmen internat. Kunstweltler, die die oesterreich.
Szene in ihrer aktiven, sichtbaren, ausstellenden und schreibenden
Existenz begleiten und zeigen; Vorstellungen entwickeln, die die Waehler
der hoffentlich bald folgenden Neuwahlen beeinflussen und Werte jenseits
einer Showkultur und Geschichtsblindheit anbieten. Kulturkonzepte 
entwickeln, an denen Morak nicht mit Populismus vorbeiziehen kann. AKTIV werden.


Sabine B. Vogel




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