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[rohrpost] G8-Genua:fwd: Bericht bei 3sat
Julia Lazarus on 14 Aug 2001 12:08:21 -0000


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[rohrpost] G8-Genua:fwd: Bericht bei 3sat


http://www.3sat.de/kulturzeit.html


Die letzten Tage von Genua
Italienische Filmemacher dokumentieren den G- 8-Gipfel


Gipfel-Tiefpunkte

Separatistisch, nationalistisch, rechtsradikal

Genua im August: Die Straßen sind menschenleer, flirrende Hitze, die Luft
lässt einen kaum atmen. Eigentlich wie immer. Doch diesmal ist irgendetwas
schief gelaufen: Die Demonstranten blasen zum Sturm auf den G-8-Gipfel, und
die Polizei will die Regierungschefs schützen - gegen die gefährlich schwarz
gekleideten Anarchisten. In den Augen der Globalisierungsgegner aber sind
die Politiker schon lange keine Entscheidungsträger mehr. Die wichtigen
Entscheidungen treffen multinationale Industriekonzerne. Ein unglaublicher
Zustand - auch für Carlo Giuliani.

Wut und Angst auf beiden Seiten. Die Stimmung ist aufgeheizt. Plötzlich
Panik, zwei Schüsse fallen und treffen Carlo Giuliani ins Gesicht. Die
Sicherheitskräfte, so der italienische Innenminister später, hätten sich mit
beispielhafter Würde verhalten. Doch Genua ist Gegenstand für die
Untersuchungsrichter geworden. Auch weil die tatsächliche Abwesenheit des
Rechtsstaates tausendfach gefilmt und fotografiert worden ist: vom
Fernsehen, von Videofilmern und vom Cinema Italiano; von 36 Regisseuren und
28 Kamerateams. Einer davon, der Regisseur Citto Maselli, berichtet von
seinen Erfahrungen: "Es war schrecklich. Noch während der ersten, der
friedlichen Demonstration, konnten wir eine Szene drehen, wo Carabinieri ein
Maschinengewehr auf das Dach ihres Einsatzwagens montierten - und das bei
einem Fest".

Der erste Auftritt des neuen "Movimento", wie die friedlichen
GlobalisierungsgFrom rohrpost-admin {AT} mikrolisten.de Tue Aug 14 12:08:22 2001
Return-Path: <rohrpost-admin {AT} mikrolisten.de>
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Received: from unknown (HELO post.openoffice.de) (212.21.85.21)
  by nettime.khm.de with SMTP; 14 Aug 2001 12:08:22 -0000
Received: from post.openoffice.de (localhost [127.0.0.1])
	by post.openoffice.de (Postfix) with ESMTP
	id 9B8E937B16; Tue, 14 Aug 2001 13:04:35 +0200 (CEST)
Delivered-To: rohrpost {AT} mikrolisten.de
Received: from bornheim.mind.de (unknown [212.21.85.1])
	by post.openoffice.de (Postfix) with ESMTP id 6A35837AC2
	for <rohrpost {AT} mikrolisten.de>; Mon, 13 Aug 2001 22:53:00 +0200 (CEST)
Received: from gate01.reddothosts.com ([212.69.178.5] helo=everymail02.reddot.at)
	by bornheim.mind.de with esmtp (Exim 3.12 #1 (Debian))
	id 15WOfK-0006hU-00
	for <rohrpost {AT} mikrolisten.de>; Mon, 13 Aug 2001 22:50:26 +0200
Received: (from nobody {AT} localhost)
	by everymail02.reddot.at (8.11.0/8.11.0) id f7DKoHM27821;
	Mon, 13 Aug 2001 22:50:17 +0200
From: wermut.goedele {AT} everymail.net
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Reply-To: wermut.goedele {AT} everymail.net
To: rohrpost {AT} mikrolisten.de
Cc:
X-Mailer: everymail.net - Free WebBased E-mail (http://www.everymail.net)
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X-MIME-Autoconverted: from 8bit to quoted-printable by everymail02.reddot.at id f7DKoHM27821
Subject: [rohrpost] Wien / EvaJantschitsch sucht Braeutigam
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Date: Mon, 13 Aug 2001 22:50:17 +0200

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>....fürs aug>
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mit: julia und pierre payer, barbara und ewald grabenbauer,
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ab 22:00
>......fürs herz>
romantisch, desperat und immens unsexy.
schauspiel zum mimachen und -nehmen.
"heirate mich"
eva jantschitsch sucht bräutigam.

ab 23:00
>...........fürs leberl>
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egner seit Seattle in Italien heißen, am 19. Juli: es geht
bunt, vielfältig und lustig zu, die charmante Premiere einer
ernstzunehmenden Minderheit. Alternative, katholische Pfarrer,
Basisdemokraten gehören dazu. Der Filmemacher Ettore Scola erzählt zum
Beispiel von französischen Kommunisten oder auch griechischen
Umweltschützern, die die "Black Blocks" als "Faschisten" beschimpften. Das
alles wollten die Regisseure des Cinema Italiano dokumentieren.

300 Stunden Bildmaterial
"Die Idee, den G-8-Gipfel zu filmen, hatte Citto Maselli", berichtet der
Produzent Mauro Berardi. "Es gelang ihm, alle italienischen Regisseure und
Kameramänner zu begeistern, die an dieser Problematik interessiert sind. Sie
waren sofort Feuer und Flamme. Und konnten es gar nicht erwarten, mit den
Dreharbeiten anzufangen. Wir hatten zum Beispiel Probleme mit der
Unterbringung, aber alle passten sich den schwierigen Umständen an. Keiner
zeigte irgendwelche Allüren oder war launisch, wie Regisseure das ja
manchmal sind. Im Gegenteil, sie waren fast dankbar, als ob sie auf einmal
wieder jung geworden wären. Sie waren nicht zu bremsen und stürzten sich ins
Getümmel."

Im Herbst soll der kollektive Film in die italienischen Kinos kommen, wenn
es bis dahin gelingt, die knapp 300 Stunden Bildmaterial zu schneiden. "Ein
Fest hätte es werden sollen, ein Fest, das wir mit unserem Film
dokumentieren wollten", erklärt Regisseur Mario Balsamo die ursprünglichen
Pläne. Er war sehr beeindruckt von der positiven Stimmung in Genua, die
überhaupt nicht idealistisch oder romantisch gewesen sei, sondern sehr
konkret, mit klaren Ideen und Projekten. Und Vorschlägen, wie jeder im
persönlichen Bereich an einer weltweiten Kampagne gegen die negativen
Auswirkungen der Globalisierung mitwirken könne. Darin sieht er sogar ein
mögliches Ende von Politikverdrossenheit und Apathie. Doch mit der
Eskalation der Gewalt änderten sich die Pläne: "Schon am 2. Tag unseres
Aufenthaltes mussten wir unsere Filmidee radikal ändern", erinnert sich
Ettore Scola. "Plötzlich waren wir mit einer ganz anderen Geschichte
konfrontiert. Wir hatten auf einmal zwei Handlungsstränge. Auf der einen
Seite das 'Movimento', diese wunderbare neue Protest-Bewegung, und auf der
anderen Seite die Gewalt. Eigentlich waren wir nach Genua gekommen, um eine
Art Liebesfilm zu drehen, aber vor unseren Augen war aus einer
Liebesgeschichte auch eine Geschichte der Gewalt geworden."

Symbol der Repression
"Viva il Duce" oder "Uno due tre, viva Pinochet" lauteten die zynischen
Schlachtrufe der Polizei in den Kasernen. In Genua sollten sie nicht nur für
Ordnung sorgen, sondern Angst und Schrecken verbreiten und vor den laufenden
Kameras ihre unerbittliche Härte zur Schau stellen. "Der G-8-Gipfel", so
Ettore Scola, "das war vielleicht der wichtigste Sieg der neuen Rechten. Es
ist ihr gelungen, die Distanz zwischen der Polizei, die für Sicherheit
sorgen sollte, und den jungen, jetzt endlich wieder politisch interessierten
Menschen, in einen tiefen Abgrund zu verwandeln. Der Polizist wurde wieder
zum Symbol der Repression."

Unter den Tausenden der digitalen Kameras filmte eine die Szene, in der ein
Zivilagent der italienischen Polizei in voller Aktion zu sehen ist. Den
Ausschnitt speisten Dokumentaristen ins Internet ein. Dort findet man auch
unabhängige, unzensierte Informationen, auf die zum Beispiel auch die
römische Tageszeitung "il manifesto" - unabhängig und links - zugreift. Der
Journalist Valentino Parlato von "il manifesto" ist überzeugt, dass Italien
ein heißer Herbst bevorsteht. Die italienische Regierung sei zwar stark,
aber nur im Parlament. In der Gesellschaft sei sie es nicht. Viele leere
Versprechen der Regierung könnten leicht Massendemonstrationen auslösen:
"Wenn das Verhalten des Staates in Genua als Modell gelten kann, dann wird
im politischen Handeln ein enormer Rechtsruck stattfinden."

Sommer in Rom, in Mailand, in Florenz, Bologna oder Neapel - überall ist
Genua. In den gesellschaftlichen Gegenbewegungen, zum Beispiel dem
"Movimento", den Globalisierungsskeptikern, wird nachgedacht: über die
Exzesse der Polizei, über die Politik der Berlusconi-Regierung und über
Strategien, um sich vor Unterwanderungen und Instrumentalisierungen zu
schützen. Italien steht vor einer schwierigen Gratwanderung zwischen
politischen Forderungen und gesellschaftlichen Bedürfnissen.


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