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[rohrpost] n0name newsletter #48
Matze Schmidt on Wed, 18 Feb 2004 20:15:59 +0100 (CET)


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[rohrpost] n0name newsletter #48


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n0name newsletter #48 Sondermeldung Mi., 18.02.2004 19:27 CET

*Inhalt/Contents*

1. Nick. _Roman_ (Fortsetzungsroman) Teil 14 
2. Ist _Cypher_ eine Reise nach Alphaville und (...) 
3. Directory's So., 25.01.2004 21:07 
4. Exzerpte! aus 
   txtrackz {AT} rpt 
   live! ueber/aus: Geert Lovink. "Die Kunst des Infofilters".
5. e 
6. S. 52 in: Fritz Betz/Johanna Riegler. _Bilder der Arbeit im 
   Spaetkapitalismus: Zum strategischen Machtverhaeltnis von Arbeit und 
   Technologien_. Wien: Loecker, 2003 und S. 190 in: Martin Burckhardt. 
   _Vom Geist der Maschine: Eine Geschichte kultureller Umbrueche_. 
   Frankfurt/Main, Campus: 1999. 0.1
7. SAFERCITY.DE informiert
8. transmediale04 
   deplaziert und uneinsichtig

39 KB, ca. 15 DIN A4-Seiten 

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1.

Nick. _Roman_ (Fortsetzungsroman) Teil 14 

Der Assoziationsalgorithmus wurde gestartet. Lautlos. Nur angezeigt von 
den kurzen, an die Bio-CPUs uebertragenen Signalen. 
Auf dem Schirm wurde die grosze Hand von links geoeffnet und 
ausgestreckt und die kleine Hand ergriff die grosze. Die Maschine nahm 
sie bei der Hand. Alles angesteuert durch den Willen und die Kontrolle 
ueber den Koerpercode. Ueber der City mit den Hochaeusern, die bis zu 
ueber 10 Kilometer hoch in den Himmel ragten, die nach dem Anschlag neu 
errichtet worden waren, spannte sich jetzt unsichtbar, wie eine 
Halbkugel, das auf dem Monitor rotleuchtende Sicherheitsnetz aus 
Kurskorrekturpositionen fuer die Schiffe. Niemand, absolut niemand 
konnte jetzt noch in diese Zone eindringen. Computer ueberwachten die 
Flugbahnen. Jede Maschine wuerde wie an der virtuellen Wand eines 
Game-Levels abprallen. Der Raum aus Bewegung und Ziel war reprogrammiert.

Teil 15 im n0name newsletter #49

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Erhaeltlich! (o) 2.6 CD-ROM Magazin work in progress by n0name
-----------------
Inhalt / Content:
-----------------

n0name newsletter #46, #47

Joerg Gruneberg. "stapfen". 2003

DG [Digitalgraffity]

Pixtream {AT} rl Real Life

Ezine. Matze Schmidt. "Roman's 'Appropriance Fiction': Wie ein fiktiver
SF-Held sich sein Klischee Perry Rhodan aneignet". n0name, 2003.

n0name Page Maker

"radio"
plugintoken.mp3. displaced dilemma. "Token Ring". Plug-In Party
Lichtschliff (Berlin), "N O R M A L I T A E T  D E S  L E B E N S"
Exhibition by Philipp Hennevogl. Berlin, 16.01.2004.

riffradio.mp3. "Mikroradioparty 'Displaced Dilemma' b_books. Berlin,
14.12.2004.

radioriff-emailflyr.txt Radioriff Mikroradioparty "Displaced Dilemma"
mailto:label-at-n0name.de

--------------------------------------------------------------------------

2.

Ist _Cypher_ eine Reise nach Alphaville und vom Crackerpseudohacker-
Romantizismus der 1990er zurueck in die 1980er zur Cracker-
Leseverweigerung und wieder zur handgemachten Kryptografie -- eine 
Kette ohne 'eigentlichen' Anfang, ein Prozess, der sein eigenes 
Abziehbild konsumiert und dabei seine Muster durch Selbstkontrastierung 
vorfuehrt. Das Identitaetsproblem der Person wird dabei zu einer 
Problematik von Identitaet und Subjekt. Das beste Patchwork ist der 
Gaunerhacker mit blendender High Performance?

Ja.

Kennen sie den Film _Alphaville_ von Jean-Luc Godard?

Nein.

Das Thema des Films ist die Konstruktion und Re-Konstruktion von 
Geschichte, von Phylo-Ontogenese von Gesellschaft ueber 
Identitaetskonstruktion, ueber Gehirnwaesche als Sozialisierung, wie sie 
z.B. in _A Clockwork Orange_ als grundlegendes Verhaeltnis von Macht 
persifliert wird.

Ja.

Klingt der Wechsel der Identiaet wie ein "schrrgt!" ?

Ja.

Vergessen sie manchmal, wer sie nicht sind?

Ja.

Ist die Konkurrenz von Digicorp vs. Sunways Systems eine Persiflage auf 
den falschen Konflikt Microsoft vs. Apple? 

Ja.

Gesellschaft ist wie in Bruce Sterling's _Inseln im Netz_ 
durchprivatisiert und  ein Konglomerat aus Firmen mit eigener Macht- 
und Hoheitsbefugnis, die ihre eigenen Sicherheitskraefte wie Polizeien 
unterhalten, Staatsmonopolgebilde gibt es nicht mehr?

Ja.

Der Film funktioniert ein wenig wie die Textpoesie der Spamgeneration, 
er erzaehlt eine gut nachvollziehbare Story, bricht diese aber mit 
Stoerungen, die keine sind, sondern integrierter Bestandteil der 
Strategie, mit dem Stoff an der Zensur vorbeizukommen?

Ja.

Koennen sie das hier lesen: Cypher>Cyber>cAifR>C_yph.er ?

Ja.

Koennen sie das hier hoeren: Cypher>Cyber>cAifR>C_yph.er ?

Ja.

Besteht der Film aus einer Kette ohne eigentlichen Anfang, einem 
Prozess, der sein eigenes Abziehbild frisst und dabei seine Muster 
durch Selbstkontrastierung vorfuehrt?

Ja.

Wird das Identitaetsproblem der Person wird dabei zu einer Problematik 
von Identitaet und Subjekt?

Ja.

Ist das Patchwork des Subjekts ein Streifenmuster, das, je unscharfer 
es zu sehen ist, desto eher die Silhouette einer menschlichen Figur 
aehnelt?

Ja.

Ist das Patchwork des Subjekts ein Streifenmuster, das, je dichter 
es gepackt ist, desto eher eine menschliche Figur entborgen wird?

Ja.

Sind die arbeitenden/konsumierenden Sub-Jekte, diese Erfindung der 
Neuzeit, nunmehr Angehoerige einer Prod-User Klasse, die von schizo bis 
heteronymen Taktiken ueberlebt?

Ja.

Darum heiszt der Film nicht Companyman?

Ja.

Dieser Mann ist die Projektion einer CI, nicht einer AI, richtig?

Ja.

Aber die ist total?

Ja.

Es gibt keine echte Wahl des Subjekts fuer oder wider eine Identitaet?

Ja.

Es handelt sich nur um die Option des Umschaltens, von der Identitaet 
des auf das inexistente Selbst projizierten Ich zur strageisch-
gesellschaftlichen Identitaet, diese aber ist von Auszen machtbesetzt.

Ja 

Schlieszt der Satz im Trailer zum Film "Vergiss nie wer du nicht bist" 
auf das Moment des Gedaechtnisses als Stelle von Geschichte?

Ja.

Aber das sogenannte eigene Gedaechtnis und gewinnt nicht seine 
fragwuerdige Urspruenglichkeit zurueck wie in Total Recall oder 
Minority Report?

Ja.

Der Protagonist loest nicht wie Tom Cruise im Kampf gegen eine 
Macht die Probleme und kehrt nicht zurueck in die Sicherheit der 
Familie mit Kind, ist nicht nur ind die Problemene verstrickt, sondern 
konstruierte sie.

Ja.

Das heiszt, Cypher entwirft eine kafkaeske Subjekt-Welt ohne absolute 
Verlaessligkeit und ohne festen Bezugspunkt wie dem Ich, aber auch ohne 
Verlust, stattdessen mit einer Aufloseung des Gewinnversprechens als 
Abziehbild?

Ja.

Wird sogar diese Erkenntnis der Moderne, die Erkenntnis von 
Nichtidentitaet in Frage gestellt weil Egologie kritisch zu betrachten 
ist?

Ja.

Ist die letzte Bastion des wollenden Ichs wie eine Reise durch das 
Klischee einer Segelfahrt durch die Suedsee mit Kussszene und 
Zigarettenwerbeclipzitat; Ich als Sammlung von Attributen, von Zeichen 
und Dublikaten aus dem Warenkorb? 

Nein.

Identitaet ist keine Ansammlung von Daten, stattdessen ein 
ins-Verhaeltnis-setzen zu den Speichern von Information ... Eigentum, 
Hacken, Piraterie?

Ja.

Der Abspann des Films enthaelt, wie auch schon _Cube_, ein Gimmick: die 
Beteiligung der Firma Digicorp Production Ltd., gibt es die wirklich?

Ja.

Sind sie ein Doppelregisseur?

(...)

Ihr Name ist Mr. Natali?

Ja.

Sie koennen weitergehen Mr. Natali. Den Flur entlang und dann links. 

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3.


Directory's So., 25.01.2004 21:07
 |
 |
[-]--Initiative fuer Innovation in Deutschland
 |   Gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft hat die  
 |   Bundesregierung eine Partnerschaft fuer Innovation
 |   gestartet: eine Partnerschaft fuer Forschung und 
 |   Entwicklung - und im Ergebnis fuer neue 
 |   High-Tech-Produkte.
 |   http://www.bundesregierung.de
 |    |
 |    |
 |   [-]--Bundeskanzler Gerhard Schroeder zu den Ergebnissen des 
 |    |  Innovationsgespraechs vom 15.01.2004
 |    |  http://www.bundesregierung.de/-,413.590917/audio_video/
 |    |  Bundeskanzler-Gerhard-Schroede.htm
 |    |           
 |   [-]--The following error occurred:  404 - BinaerInhalt konnte 
 |    |   nicht gefunden werden zu Anlagen-Content-id = 590914 mit 
 |    |   Kategorie: original
 |    |   http://www.bundesregierung.de/Anlage/original_590914/
 |    |   Bundeskanzler-Gerhard-Schroeder-zu-den-Ergebnissen-des-
 |    |   Innovationsgespraechs-am-15.01.
 |    |   2004.audio_x-ms-wma
 |    |
 |   [-]--"Suchbegriff eingeben"
 |        arbeit
 |         |
 |         |
 |        [-]--REGIERUNGonline - Das &quot;Neue Arbeitsamt&quot;  
 |             "Wir sind dabei, die Bundesanstalt fuer Arbeit so 
 |             umzubauen, dass sie ihrer eigentlichen
 |             Arbeit nachkommen kann, naemlich Arbeitslose in 
 |             Arbeit zu vermitteln und sie nicht blosz ...
 |             http://www.bundesregierung.de/artikel,-482900/
 |             Das-neue-Arbeitsamt.htm
 |              |
 |              |
 |             [-]-->> Zur Homepage des Bundesanstalt fuer Arbeit
 |
 |
[+]--http://www.arbeitsamt.de/hst/index.html
 |    |
 |    |
 |   [-]--http://www.arbeitsamt.de/hst/markt/arbeitsmarktportal/amp_
 |        sospezstb/index.html
 |        Heimarbeiterjobs
 |        ACHTUNG Mit diesem Link verlassen Sie das  
 |        Selbstinformationsangebot Arbeitsamt online.
 |
 |
[+]--http://www.heimarbeit.de
 |   PC-Arbeiten
 |    |
 |    |
 |   [-]--Verdienstkonzept der Zukunft !!!
 |        http://www.team4fun.net
 |
 |
[+]--Game

Yelena Simc <yelena.simc-at-n0name.de> 

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4.

Exzerpte! aus 
txtrackz {AT} rpt 
live! ueber/aus: Geert Lovink. "Die Kunst des Infofilters". 
in: LETTRE INTERNATIONAL • 63 • WINTER 2003 (S. 114). 
9,80 ueber Rohrpost 
Sa., 20.-30. Dezember, 30 Textsamples 
via [rohrpost] 
(30, E-Mail, Copyleft) 
Rewrite

--------------------------------------------------------------------------
From:    Matze Schmidt <matze.schmidt-at-n0name.de> (txtrackz)
To:      rohrpost-at-mikrolisten.de
Date:    Saturday, December 20, 2003, 5:17:00 PM
Subject: [rohrpost] JETZT! txtrackz {AT} rpt
--------------------------------------------------------------------------

Auseinandersetzungen um die Netzarchitektur koennten im Prinzip voller 
Ironie und auf hohem Niveau gefuehrt werden. Leider aber besitzen trolls 
... besitzt die Listenpolizei weder Argumente noch Witz. 
Auseinandersetzungen fehlt jegliche Rhetorik, und sie werden von einem 
diffusen Frust dominiert, der rasch

ist kein Biotop, es nicht einfach ein Haufen soziales Netzwerk von 
Schreibern gemeinsamer Gesinnung, es ist Konkurrenz- und 
0ropagandaverhaeltnis aus Lohnarbeit und Illusion, es waere eine Luecke 
aus Kompetenzverlust hinterlassen worden, lesbar *_ueber_* Netz- und 
?edienkultur, so Vali Djordjevic unter Rohrpost. 
  Rohrpost als freies Netzforum (Freies Radio, Freies Fernsehen, Freier 
Mediendienst) habe das Loch nicht fuellen koennen, weil strukturelle 
Loecher immer neu entstehen. Netzautoritaet signifikant liefert dafuer 
keine Erklaerung: "Ich habe keine Lust, unbezahlt Weblogs zu fuehren, 
weil sie nicht zu fuehren sind oder

zu steuern, man kann nicht Geld verdienen, indem man das versucht, man 
muss es suggerieren und dann verkaufen.

"Ich habe irgendwann aufgehoert zu zaehlen, wie oft unsere dreieinhalb 
hauptberuflichen Rohrpost-Macher nun versucht haben, die Liste zu rocken 
und die anderen mit ihrer eigenen Nicht-Schreibe zu konfrontieren 
konfrontieren, waehrend die wirklich-wirklichen Korrespondenzen per 
Direktmails ablaufen."

UNSER MEDIUM DARF JEDE MAILINGLISTE SEIN 

"Woher bezieht ihr die News?" fragt der dissidentische Medienaktivist 
aus dem sehr nahen Osten uns. Und wir antworten wie im Chor "Die machen 
wir uns selbst."

Denn die 'offenen' Listen, die von OS predigen, polylogisieren 
keine Politik ihrer Oekonomiefragen. Bildet lange Saetze und Kohaerenzen! 
Verweigert das 3Minutenformat! Erhoeht den Wortanteil! Mailinglisten sind 
in Radios zu reprogrammieren! Bildet Maerkte! Kritisiert Business Modelle!

Der geforderte konnstruktiv-kontroversse Diskurrs wird von Wortfuehrern 
gut gegen kritische Detailfragen und dekonstruktive Haltungen abgedichdet 
(du hast zu meinen, was du sagst! du sagst doch, was du meinst?), mit 
negativem Kitt aus Verwechslungen des Lesbaren mit dem Absender und 
Verwechslungen der Aussage mit dem Ding der Aussage.
  Auch der konkrete Direktor des konkreten Medienfestivals bleibt 
Direktor, wenn er Praktikantinnen zum Mindestlohn einstellt. Er bleibt 
dann erst recht Direktor, wenn das dann zum Jobflyutopiafloater erklaert 
wird.

Das Stichwort lautet nicht Cyberfilter sondern Public Management. 

"Das Netz hat seine Kraft als Identitaetsstiftende Entitaet weitgehend 
gewonnen, seit ein Internetzugang nicht mehr das Privileg einer kleinen 
Gruppe ist."

Sie sitzen in irgendeiner Bibliothek in Berlin oder Brisbane. Oder: Du 
sitzt auf einem Thron aus Enzyklopaedien in irgendeiner Bibliothek in 
Berlin oder Brisbane, traegst diese amerikanischen Turnschuhe und ein 
T-Shirt mit dem Logo von Sun, bist Prof. der Mathematik und Informatik 
und tust so, als ob du in einem Buch von Otto Hahn lesen wuerdest. Vor 
dir auf dem Fuszboden zwei Roboter, die als wandelnde Corporate Identity, 
das Abzeichen der Universitaet tragend, das traditionelle Ballspiel gegen 
die anderen Universitaeten beherrschen - insgesamt eine Allegorie auf das 
Wissen als harter Standortfaktor. Du legst fuer Investoren sinnierend den 
Finger an die Lippen. Oder: Es waere cool, so als Topforscher fuer die 
eigene Uni posen zu duerfen. Oder: Es sieht so aus, als ob das Filtern zu 
einem oekologistischen Dogma wuerde, wie man die zu Tode gefilterten auf 
die richtige und gesunde Dosis setzt. Biomail. Der Minister outete sich 
einmal deutlich, indem er Plastikmails ablehnte und nur paedagogisch 
wertvolle E-Mails fuer seine Kinder ins Haus lassen wollte.

das wissenschaftsspiel wird immernoch gespielt mit einer billigen 
polarisierung dem rausch | vernunft-paradigma als ob wissenschaft und ihr 
diskurs als ihre plattform rein platonisch medienlos waeren und die 
mailingliste einer ihrer vehikel.

Im Jenseits - von links und rechts - in der Neuen Internetmitte, zaehlt 
vor allem Qualitaet und die technokratistische Regulierung der Risiken 
fuer die Verbraucher der "Neuen Oeffentlichkeit". Inforegulierung wird 
die hohe Politik des 21. Jahrhunderts.

Filtern gibt es nicht, sondern nur Bedeutungszuweisung.

Die Kognitive Wahrnehmungsforschung zeigt, dasz Inhalte offenbar 
wissensgesteuert bzw. gedaechtnisgesteuert, kontextabhaengig zugewiesen 
werden, weil sie intentional gebunden sind. "Intentionen sorgen fuer 
eine (...) Markierung (...)" von "Bedeutungskomponenten des 
Wissensgedaechtnisses, die fuer (...)" die "Realisierung" der Intention 
"relevant sind (...)."

Diskurs discurrere hier und dorthin laufen koennte heiszen, hin und her 
zu gehen, die Positionen aus- und zu tauschen, widerspruechlich zu 
tauschen und auszutauschen, Wechsel als aktiver Prozess, ohne 
prejudiziertes "konstruktiv"-Axiom, 

ohne Ausschaltung destruktiver Momente, Zerschneiden von Begriffen statt 
gesellschaftliche Schutzbiotope auf Kulturphaenomene zu projizieren, 
ohne regressives Mainstreaming fuer Viren und Spam (= Flut) als 
"Kunstwerke". 

In welche Richtung der Mob wandelt, das wird nicht einfach bewuszt 
selbstverstaendlich und technisch kompetent entschieden.

txtrackz {AT} rpt 
live! nicht von Geert Lovink. "Die Kunst des positivistischen 
Infofilterns". in: LETTRE INTERNATIONAL • 63 • WINTER 2003 (S. 114). 
9,80 ueber Rohrpost ab Sa., 20. Dezember, ca. 30 Textsamples 
via [rohrpost]

Copyleft © (c) 2003 txtrackz by n0name
txtrackz {AT} n0name.de
http://www.n0name.de/txtrackz

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e

Wie prozessiers tdu deine Erkenntisse, wie speicherts du sie? 
Siehstdunsie im Fernsehen? dem immer-noch-leitmedium? ich sah e gestern 
J.A.G. Im #Auftrag der Ehre ow sie mit flugzeuegn ueber dme kosovo 
kreisen yusgoslawien zur ZEit der ANTOBombardements. Massengraber in 
Abschnitt A B und Centdeckt ihr fliegt hin und macht fotos vielleicht 
koenn wir die die verbrecher in den knast bringen. sie vermischen 
kriegsheldentum als seifenoper mit ressentiments und d darsteklungen 
nuechterner kriegs aufgklaerung maschiene mit e und spielen sie gegen das 
bikld vom kriegsluesternen amerikaner aus, um so die eigene 
kritkfaehigkeit und rationalitaet unter beweis unter bilder zu stellen.
loesen darin Woche fuer Woche Militaerverbrechen in der Navy und bei den 
MarinesWoche fuer Woche so als muesse ein estreitbare Demokratie unter 
permanentem Kriegszustand Ausznahmezustand beweisen, dasz dieser nicht 
der Normalfall sondern eben die Ausznahme ist. Dabei IST der 
Ausznahmezustand der Normalzustand!h das  {AT}  wird durch Spams entmythologis 
iert alle  benutzehn  ur noch -at- _AT_.oder bist du einer aus der Armee 
der 180.000 Preoutletseller? Oder du tust es, weil du den Film nicht 
gesehen hast. Du besetzt die Fabrik weil der Film wie eine Blaupause ist. 
sich korrigieren, ist, uncool,jazz korrigiert nicht er erweitert das 
spektrum

X <x-at-n0name.de>

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6. 

S. 52 in: Fritz Betz/Johanna Riegler. _Bilder der Arbeit im 
Spaetkapitalismus: Zum strategischen Machtverhaeltnis von Arbeit und 
Technologien_. Wien: Loecker, 2003 und S. 190 in: Martin Burckhardt. 
_Vom Geist der Maschine: Eine Geschichte kultureller Umbrueche_. 
Frankfurt/Main, Campus: 1999. 0.1


(Zitat:) [...] die Logik des Systems sorgt wie von selbst fuer einen 
Wertzuwachs auf Seite des Kapitals, der aus der Benuetzung der Ware 
Arbeitskraft herruehrt." (Betz/Riegler)

Im naechsten Satz steht eine Andeutung, dasz das nicht alles ist, dasz 
es um Prostitution geht -- ob es nun Hirn- oder Koerperarbeit ist -- die 
zu Markte getragen wird. Am Verhaeltnis der 
Arbeit zu den Technologien ist man damit noch nicht angelangt. Das Buch 
enthaelt lange Passagen ueber die Analyse der Techno-Werbung, die 
Repraesentation oder die Zuschaltung der Repraesentation der Relationen, 
und bringt u.a. Marx' Kapitalismus-Forschung ein. Darf man das 
Kapitalismus-Forschung nennen? Capital Studies?

In Martin Burckhardt's Buch gibt es eine aehnliche Stelle, mit der 
versucht wird, Geld zu erklaeren: 
"Freilich musz das Blatt Papier, das als solches wertlos ist und seinen 
Wert nur ueber eine Zuschreibung gewinnt, einer inneren Logik entsprechen: 
nur als ein _knappgehaltenes_ Nichts kommt ihm Wert zu."

Aehnlich sind beide Stellen, weil ihn ihnen etwas Benanntes vorkommt, das 
jedoch unbestimmt bleibt. Einmal, bei Betz/Riegler, ein System, seine 
Logik und sein selbst, und bei Burckhardt die Zuschreibung und seine 
Logik.

Ali Emas <ali.emas-at-n0name.de> 

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7.

SAFERCITY.DE informiert

ueber Plaene zur Kontrolle der Gesellschaft. Thomas Brunst scannt dazu 
diverse Nachrichtendienste.

Die These der De-Territorialisierung steht immer in Verbindung mit einer 
laufenden Aktualisierung von Territorialisierung, steht immer in Bezug 
zur These der Territorialisierung. Die ausgemachten Kosten der inneren 
Sicherheit stoszen dabei eine Scheindebatte an, deren Kern das 
Verhaeltnis von Staat und Privatismus ist. Dasz bald private Polizeien 
am Start seien ist genau der Schein, sind die sog. privaten 
Sicherheitsdienste doch laengst mit den sog. oeffentlichen vernetzt. 
Beide, so liesze sich sagen, schuetzen ja Privatinteressen, z.B. das 
Un-Recht auf Mobilitaet zum Nulltarif, und beide sind Firmen, die ihre 
Bilanzen mit schwarzen Zahlen schreiben wollen. Der Sicherheitsmarkt ist 
ein Markt.

z.B.:

"DB-Chef Mehdorn fordert hoheitliche Befugnisse fuer seinen 
Sicherheitsdienst (BSG)"

"Die Sicherheitspartnerschaft, die der BGS und die Bahn erst vor drei 
Jahren vereinbart haben, steht (...) fuer Otto Schily auf dem Pruefstand. 
Und es geht um sehr viel Geld: schlieszlich laesst sich der Bund den 
Einsatz der BGS-Beamten von der Bahn bezahlen. Hartmut Mehdorn aeuszert 
sich ueber dieses Problem wie folgt:

"Sie kennen meinen Streit, dasz ich da zur Zeit auch in Klage liege mit 
dem Herrn Schily, der von uns 100 Mio. Euro haben will, dafuer, dasz wir 
Grenzschutz bei der Bahn haben. Blosz, immer, wenn wir die brauchen, sind 
sie nicht da. Wenn wir bezahlen, dann moechten wir auch wissen, was die 
machen und wo sie bei uns aufpassen."

(...)

Im Dezember gab das Verwaltungsgericht Koblenz dem Bundesgrenzschutz 
Recht, als der fuer den Schutz der Anlagen und Fahrgaeste ein Fuenftel der 
jaehrlich anfallenden Kosten von der Bahn verlangte. Fuer das Jahr 2002 
macht das 64 Millionen Euro (...).

(...)

Aus Kostengruenden - kein Wunder bei Stundenloehnen von etwa zehn Euro - 
setzt Mehdorn auf den bahneigenen Sicherheitsdienst - mit Befugnissen, 
die nicht ueber die Rechte eines Hausmeisters hinausgehen. Hartmut 
Mehdorn hierzu:

„Wir haben jetzt mittlerweile ueber 5000 eigenes Sicherheitspersonal. Sie 
kennen die mit dem roten Bibi und blau angezogen. Das Problem ist, die 
werden als erste verhauen, die duerfen nichts“.

Bahnchef Mehdorn will jetzt die Schlagkraft seiner Truppe erhoehen. In 
diesem vertraulichen Papier, das report Muenchen vorliegt, verlangt er 
von Innenminister Schily die Wachleute als Hilfspolizisten zu bestellen - 
mit umfangreichen Befugnissen.

(...)

Schlieszlich soll aus dem Bundesgrenzschutz und dem Bundeskriminalamt 
eines Tages die "Polizei des Bundes" werden - so Otto Schilys ehrgeizige 
Plaene, die bei seinen Laenderkollegen schon jetzt auf heftigen 
Widerstand stoszen. 

(aus: ARD-REPORT, Muenchen, 12.01.04, 
http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2004/00102/)

Matze Schmidt <matze.schmidt-at-n0name.de>

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''radio''Stream
http://www.n0name.de/radio/stream

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8.

2 x transmediale04



Die Herrschaft infiniter Mamutschkas 

deplaziert und uneinsichtig_


An diesem
"Sonntag 1. Februar 17:00"
wurde mit der professionellen Vermittlung von Kunst
"Mediating Art Online
 Speaker: Daniels, Dieter [de], Frieling, Rudolf [de]
 Haus der Kulturen der Welt, K1"
wiedereinmal deutlich, dasz Vortraege und Aufmerksamkeitsgeneratoren
zusammenhaengende Systeme sind. Niemand MIT, schon eher jeder OHNE
Laptop fiel auf. Jede noch so subversiv gemeinte Aktion ging in der
groszen heterotopen Gemeinde aus Displays und TastaturistInnen unter. 
Dennoch waren Ungleichzeitigkeiten zu beobachten, halbprivate Plaetze 
am Ort, die mindestens *zweite* Raeume zu bilden vermochten, 
de-autonomisiert. Und schlieszlich wurde jedes Individuum zu einem 
solchen Ort, physikalisch uneinehmbar (jedes Objekt kann ja nur einmal 
im Raum existieren) es sei denn durch tele-mediale Aufladungen, wie 
Videoleinwaende auf denen das gezeigt wurde, was sich dort auf der 
Buehne simuliert abspielte. 
Jedenfalls waren die Verhaeltnisse von "machen" und "machend tun"
nicht geklaert. Die Stars waren allenfalls produziert. Das
dazugehoerige System zahlte. 
Jedes zeitgleiche

             " (O)
               /_\
               '-'~buh! topia "

verhallte aber nicht im Raum, denn der war ja nun zer- und verteilt.
Deplazierte Dilemmas nahmen auf dem Sofa Platz, als die Gruppe "Share" 
ihr fame teilten und eben so kongresstauglich auf der Groszleinwand 
strahlten wie spaeter Antonio Negri (-> n0name newsletter Spezial #3 
http://www.n0name.de/news/newspz/newspz3.txt). Die Einsichtigkeit der 
Darstellungen fuers grosze Publikum (Fly Utopia! Think Big!) waren 
jedoch so uneinsichtig, so kleinlich groszmacherisch ... Nennen wir es 
das Sichern der Spektive, das Anstreben der Aufmerksamkeit, das 
Vorfuehren sozialer Handlungsoptionen - bezahlte Sozialarbeit. 
socialfiction.org war da unpraetentioeser aber auch komlexer. Die 
"[Generative]Psychogeography" mit eigener "Psychogeographical Markup 
Language (PML)" treibt erfundene Codes in den Realraum. Ein ".walk" 
auf dem imaginaeren Layer des Spiels PacMan gelegt auf das Raster der 
Strassen der Umgebung - so als ob die Struktur, die Syntax der 
zusammenhaengenden Orte mit einer anderen Linienziehung und Er-Zaehlung 
konfrontiert werden koennte. In der 'Tradition' des gezielten 
Anti-Flanierens auf dem Raum, der eine anderen Raum projiziert, aber mit 
der ironischen Performanz, dasz der user das ausfuehrende 
Hardwareprogramm, das Organon ist. 

Der User ist also nicht "selber Code", denn der Unterschied von Code 
und running code ist der einer Alternanz in der Maschine, die dann z.B. 
aus einem Teil der Stadt besteht. Wie eigene heuristische 
Alltagsherangehensweisen aufgestellten (nicht blosz ausgefuehrten!) 
Algorithmen aehneln ist nicht neu, als Rollenspiel nicht, als 
Softwarebezug ebenso wenig (siehe die Mensch-Maschineproblematik seit 
Turing). Als System von selbstentschiedenen Anweisungen waere zu fragen, 
ob sich solche Codes 'wirklich' in den Raum einschreiben lieszen, so 
dasz das Soziale reprogrammierbar wuerde. Wie alle wissen, wird der 
Code einer Stadt jedoch nicht IN der Stadt geschreiben, sondern ueber 
ihn in Etagen der Stadt entschieden und Territorien, die nicht das Netz 
sind (wie Luther Blissett mal umgekehrt aphoristisch anmerkte: "Das Netz 
ist nicht das Territorium"). Stadt als biotistische Sphaere statt als 
Die-da-oben-wir-hier-unten-Verhaeltnis wuerde dann Rueckkoplungen 
zur Erklaerung seiner Konsistenz benoetigen. Mit Computermetaphorik 
wurde aber schoneinmal gesagt, "dasz es sich schon immer um 
'realtime-applications' handelt". Hoffnung Re-Programmierbarkeit, 
Umschreiben, neues Einschreiben.

Die 'Mode' der Software-Poetik zeigt, neben Ihrer Unbeschwertheit, dasz 
die heimlichen Trends der politischen Programme zu techno-politischen 
wurden. Der "Realitaetsgehalt" der hier abgefragt wird, das 
Zusammenfallen von Wort und Operation, eroeffnet, dasz diese Dystopie 
immer auseinanderfaellt, weil die Totalitaet in sich (!) 
Dialogschwierigkeiten mit den Protokollen hat. Der "Bus" faehrt, aber 
nicht immer puenktlich, und nicht fuer immer. Das heiszt zum einen, 
dasz Programm nicht gleich Porgramm ist. Dasz aber auch Grammatiken 
nicht gleich Grammatiken sind und ein Unterschied besteht von sozialen 
Programmen zum Computerprogrammen - simpel? Der duenne aber praegnante 
Band _Software Art - Eine Reportage ueber den Code_ vom Media Arts Lab 
des Kuenstlerhauses Bethanien (2003) stellt das zur Debatte. An dem 
Ort, den die Band "Ton Steine Scherben" 1972 hausbesetzerbewegt 
besingen, wo heute das Kulturamt (das wirklich so heiszt) verortet ist, 
wird ein Phaenomen (nach mehreren Proklamationen von "Software als 
Kunst", etwa bereits im Jahr 2001 auf der Berliner transmediale01) 
weitergeboren, das mit Kulturalisierung und Aesthetisierung nur zu 
kurz beschrieben ist. 

Sicher braucht der Kulturbetrieb sein Betriebssystem, das neue Genres 
als Input braucht. Was Kunstsoftware ansteuert, ist aber nicht nur die 
Etablierung eines Genre, ist die sehr langsame Erweiterung und, wenn wir 
Glueck haben, die Aufhebung des Kunst/Kulturbegriffs selbst, der ueber 
die Aisthesis rekonfigurierbar ist: Kunst als Kategorie macht immer 
weniger Sinn, wenn ihr allgemeines Anders-sein und Insich-sein als 
Differenz zum Rest angeschrieben wird. Dieser Rest bleibt immer an den 
alten Debatten um die Produktivitaet von "Kunst" und "Spiel" kleben.


Ohne diesen Rest nur aushalten zu wollen, wurde ja vor ueber 30 Jahren 
"alles was es gibt, [...] bombardiert und angesteckt" (Bommi Baumann 
im 10. Kapitel des Buches _Wie alles anfing_. Rotbuch Verlag, 1991. 
http://www.riolyrics.de/artikbom.html). Lesbarkeit und Umschreibbarkeit 
von Raum, von sozialem Programm? "Die Spieler laden ihre eigenen 
Modifikationen hoch, eine falsche Projektion im falschen Raum." 
(http://modukit.com/horrorkatze/tekstovi/terror/machtTerror.html) Der 
Unterschied von Spiel und SPIEL besteht aber in Machtgefuegen und nicht 
nur in Denkungsarten oder Handlungsarten. 

Das kolportierte angebliche Novum vom "Prosumer", oder "Prod-User", die 
Un-Unterscheidbarkeit von Produzent und Konsument in den neuen 
Sharingsystemen wie P2P und Radio, als untrennbare Kopplung von Autor 
und Konsument erinnert einerseits stark an sozialistische Ideen und ist 
doch ein Allgemeinplatz des Tauschs, dessen Herrschaft soche Analysen 
hervorruft, eben dessen "Herrschaft" zum alleinigem Motor des 
Kapitalismus zu verkennen. Privateigentum und Lohnarbeit bleiben, trotz 
De-Code, trotz billigeren Produkten durch Ueberkleben der Barcodes mit 
gehackten Barcodes.

Der Blick auf den einfachsten HTML-"Quellcode" bringt den geneigten 
Leser dazu, Hintergruende und Vordergruende zu unterscheiden, und 
textualisiert die Ansicht der Darstellungen, mit allen Abgruenden, die 
Black Boxes bereithalten, die wie infinite Mamutschkas 
ineinandergestapelt funktionieren.  

Daran, an diesem Konfliktpotential abarbeiten sich Geraetekuenstler, 
wie man im Haus der Kulturen der Welt ausgelegten "MAZ|NE.WS" 
nach-lesen kann. Die GPS- und GPRSkuenstler (nicht zu verwechseln, aber 
beide mit groszen Ueberwachungs- und Selbstkontrollpontezial) bauen 
scheinbar diverse Probleme nocheinmal nach, deligieren sie an Netze 
aus Mobiltelefonnutzern ab, deren Verdienst es seit NOKIAs Siegeszug 
ist, die Beziehungen des Kommunikativen im gesellschaftlichen Raum 
medial - und immer medialer, wie manche behaupten - zu denken und zu 
erfahren. Nichtmedialitaet ist eine verschwundene Groesze, die 
politischen Zellen und Keimformen bewegen sich an dieser Stelle einer 
neu hinzugewonnenen Groesze = Summe = Output = Variable.

Ali Emas <ali.emas-at-n0name.de>



Codemaps

hilft ein Spaziergang weiter ?/!


Jeder Supermarkt, jede Strasse ist ein Zeichensystem und die 
Interpretation einer Kodierung im Raum der Gesellschaft, der momentan 
vielleicht zu vorschnell zum Stadtraum synonymisiert wird [1], ist ein 
Verfahren von Einschreibungen, die in Koerper eingehen, die aber nicht 
mehr unbedingt Koerper menschlicher Subjekte sind. Die Unterscheidung 
in Realraum und Hyperraum faellt dabei zunehmend schwerer, ist aber 
vielleicht die falsche Polarisierung. Nicht weil es, oberflaechlich 
betrachtet, eine technologische Verquickung von Computer und Raum gaebe, 
ist Stadt mittlerweile gut durch Theorien der Oekonomien der Medien 
lesbar, sondern weil die Technologien der Produktion von Raum, als 
»Schreib-Heiten« und »Lese-Heiten«, denen von Code so sehr aehneln. 
Stadtraum = Medienstrata.

Denn Code, das Wechselverhaeltnis aus Regelwerk und Operationabilitaet, 
ist pragmatischer Kern-Topic der soziologischen Empiriker und Kritiker 
der City. socialfiction.org zeigte ein weiteres mal [2] performativ 
auf der transmediale04 mit einem ".walk" ironisch diese paradigmatische 
Neuverschraenkung von Netzen (siehe Microsofts ".NET") und Raeumen. 
Algorithmen, die nichts anderes als Loesungswege sind, werden 
ausgefuehrt. Die Flaneure dieser "generativen Psychogeografie" sind 
zugleich Interpreter, Signale und Operateure eines wortwoertlich 
laufenden Computers. Eine Pointe war, dasz die Anweisungen des 
Programms, nach einem Crashkurs in Coding, in einem allerersten 
Willkuerakt, wie beim Booten [3] eines Rechners, mit reellen Dingen 
verknuepft werden mussten - was man auch "Mapping" nennt. Also: Bin 
ich es der mitlaufen will? Wenn ja, wo fange ich konkret an zu laufen? 

Der nicht unkomplexe Code musste dann praktisch interpretiert, d.h. 
berechnet werden: "Ich gehe vor, dann einmal nach links ..." usw. Vom 
Haus der Kulturen der Welt aus soll jemand im Automode dieses Layers 
auf dem Raster der Strassen und Wege bis zum Potsdamer Platz gekommen 
sein. Solche zwinkernde Kritik am Regelwerk der Stadt aus Verboten und 
Geboten kippte dann schnell um in mehr Lust, am Kodierwerk 
herumzufummeln und die Strukturprojektionen zu befragen. 
Programmierungen einer Stadt nach PacMan-Methode erscheinen wie eine 
Rueckblende aus den 1950ern verpopt mit den Spieleautomaten der 
1970er. Operationabilitaet und Eingriff nicht mehr als Sozialmanagement, 
sondern als eine Frage spielerischer Programmierkuenste. 

Dasz Software etwas soziales sei, ist nach Lev Manovich, der den 
Begriff "Social Software" in die Debatten einbrachte, an der Idee des 
kulturellen Gedaechtnisses abzulesen. Dieses Archiv artifizieller 
Gueter war am 3. Februar auf der Talk-Show-maeszig inszenierten 
Diskussion "Radio-Activity", veranstaltet vom club transmediale [4] 
im Maria am Ufer, Wolfgang Hagens Erklaerung fuer die Existenz seines 
Sendeformats, der Kultursparte des DeutschlandRadio Berlin. Kultur sei, 
was die Gesellschaft fuer bewahrenswert hielte und er wuerde es fuer 
unterstuezenswert halten, dem Underground eine Stimme zu geben usw., 
nur wuerden "fucking" (O-Ton) 8 Minuten Fussballuebertragung zuviel 
kosten und man moege ihm "helfen" (O-Ton), die horrenden 
Copyrightkosten zu bekaempfen. Pit Schultz, vom Radio "reboot.fm" [5], 
das noch bis Ende April 2004 in Berlin die lokalpolitische Frequenz 
104.1 MHz bespielt und im Netz streamt, fing den Ball aus Maszhalten 

und Maszlosigkeit auf und sprach vom 'Machen einer Community' und einer 
neuen Phase fuer Radios nach dem Bruch des Netzradiomodells und neben 
dem Rauschen der Spartensender. Eine interessante mediale, ortsbezogene 
Minoritaetenstrategie, deren Problemzone es jedoch vielleicht ist, sich 
allzusehr am Legitimationsdiskurs und an Legalisierungsverfahren 
anzulehnen. Deren Syndikalisierung mit den anderen Radioplattformen in 
Berlin, wie dem Radioriff oder der Radiokampagne [6], vielleicht zu 
stark von den Verpflichtungen etablierten Eventprodukten und 
Institutionsproduzenten gegenueber ueberformt wird. Eine Gruppe, die 
den "Partnern" aus ideellem und tatsaechlichem Sponsoring nicht viel 
mehr als Arbeitskraft und Ideenkraft anzubieten hat. 
.walk.system.out("GAME OVER")      // [aaahhh]

Der Komplex aus Medienarchitekturen als Architekturen und aus 
politischen Feldern der Apparategebiete, deren Texturen ja nie nur aus 
den Anstrengungen befreiter, froehlicher Prosumenten bestehen, ist zu 
einfach mit der nivellierenden Aufforderung "Just do it!" als 
Quasikonsens abgeschlossen, wie er in der Runde ausgesprochen wurde und 
der die Kritik einer Frau von Radio Orange aus Wien herausforderte, die 
politische Leerstellen attestierte. Denn die kulturalistische Elite [7] 
reduziert alles gerne auf Genres und Soundculture und mixt die Tatsache 
raus, dasz die Medienwelten keine in sich geschlossenen sind und 
politische Bewegungen nicht immer nur rebellisch gestikulieren werden. 
Die Behauptung, es mangele blosz an Freiheitsgraden und Chuzpe, verkennt 
die kanalisierende Funktion der Aufsichtsbe-hoer-den. Gerade die 
Historie des Radios ist, wie Wolfgang Hagen haette zeigen koennen, eine 
exemplarische Geschichte der Enteignungen und Aneignungen. Nur steht 
die Ex-Appropriation, die Enteignung der Enteigner nicht mehr zur auf 
dem Programm, sie wurde, das ist der boese Verdacht, hineinsublimiert 
in die Wunschprojektionen des schlauen Decodings und des Suchens nach 
noch nicht geclaimtem Material im "Osten", wo man noch unreglementierte, 
"nichtregulaere Programme" (Raitis Smits, radio ozone, Riga) finden kann.

Nicht nur das Gefaelle aus Nutzer und Kodierer bleibt, auch wenn die 
Gruppe "Share" aus New York mit einer audiovisuellen Mitmachlaptoporgie 
im clubtransmediale in der Maria > Lounge vorfuehrte, wie man beides 
zugleich sein kann. Es bleibt auch die romantisch romantisierende 
Sehnsucht nach der Demokratisierung undemokratischer Verhaltensweisen 
und Verhaeltnisse, die, wenn sie subventioniert sind, umso mehr 
kapitalistisch drohen zu werden, soweit sie es noch nicht sind. 
Das Projekt "CDS" von Kunststudenten aus Weissensee zeigte in einem 
Wohnwagen neben dem Entree des Hauses der Kulturen der Welt mit 
einfachen Mitteln genau das: ein Gang durch ein bisschen Stadt mit 
einem GPS-Transmitter kartografiert eine Karte zum mitnehmen und einen 
billigen Flammenkuchen kann man auch essen. Und das ist auch schon der 
gute Verdacht: Ueber die Diskussion der Politik der Codes 'irgendwie' 
den Regress einer Re-Regulierung der De-Regulierung zu ueberwinden. 
Wenn 50% Kunsthochschulplaetze gestrichen werden, hilft ein Spaziergang 
weiter ?/!
_____
[1] Siehe scheinschlag 08 - 2003 u. darin d. Artikel "Die moderne 
Metropole wird zunehmend fiktiv: Nachdenken ueber urbane Lebensraeume 
- Eine Podiumsdiskussion." (Zitat Klaus Laermann:) "Mir draengt sich 
der Verdacht auf, dasz diese Konjunktur des Themas Stadt in 
oeffentlichen Debatten seit zehn oder 15 Jahren das ersetzt, was vorher 
Gesellschaft hiesz. Seit es mit der Gesellschaft nicht mehr so recht 
geht – argumentativ und inhaltlich – wollen die Debattanten, zu denen 
wir hier auch zaehlen, sich mit der Stadt beschaeftigen." 
http://www.scheinschlag.de/archiv/2003/08_2003/texte/20.html
[2] Schon 2002, im "Hot Summer of Generative Psychogeography", war 
Wilfried Hou Je Bek auf einem Rundgang im Rahmen des Urban Drift 
Festivals in Berlin unterwegs.
[3] uebersetzt "Losstiefeln".
[4] www.clubtransmediale.de
[5] www.reboot.fm, im Bootlab, Ziegelstr.20, Berlin.
[6] www.radioriff.de, www.radiokampagne.de
[7] "AudioHyperspace weist Wege durch den akustischen Datendschungel." 
www.swr.de/swr2/audiohyperspace/; "The (...) award offers cash prizes 
of EUR 2.000 in the three categories (...)" www.transmediale.de

Matze Schmidt <matze.schmidt-at-n0name.de>

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