Florian Cramer on Mon, 7 Feb 2000 15:26:14 +0100 (CET)


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[rohrpost] Literatur im Internet [2/2]


3  Gibt es formal avancierte Netzdichtung?

   Eine Avantgarde der Internetdichtung, die Algorithmik und Vernetzung
   als poetische Techniken verwendet und im kombinatorischen Salon
   futuristisch befreite Wörter in die Elektro-Bibliothek schreibt,
   scheint nicht in Sicht. Während es seit Mitte der 90er Jahre eine
   spielerisch-selbstreflexive Netzkunst gibt, die u.a. auf der
   Documenta X und in der Ausstellung net.condition des ZKM Karlsruhe
   ausgestellt, kanonisiert und seit kurzem auch historisiert wurde,
   scheint keine Internet-Dichtung in Sicht, die mit elektronischen
   Textcodes so souverän zu spielen vermag wie z.B. die Netzkünstler
   jodi http://www.jodi.org und I/O/D http://www.backspace.org/iod/ mit
   den Codes visueller Benutzeroberflächen. Interessantere
   Digitallyriker aus dem Umkreis der new media poetry wie Jim
   Rosenberg http://www.well.com/user/jer/index.html und John Cayley
   http://www.demon.co.uk/eastfield/in/ arbeiten selten im Netz,
   sondern gestalten ihre Arbeiten oft als proprietäre Software, die
   nur offline auf speziellen Rechnertypen funktioniert.6
   
   Sofern meine Sprachkenntnisse mein Urteil legitimieren, kommen die
   prägnantesten Konzepte elektronischer Dichtung aus Amerika sowie dem
   französischen Sprachraum und beziehen sich jeweils auf sprach- und
   regionaltypische Dichtungstraditionen. Angloamerikanische
   Netzdichter stellen sich in die Tradition der intermedialen Lyrik
   von Fluxus, konkreter Poesie und language poetry, frankophone
   Autoren knüpfen an die kombinatorischen Dichtungsspiele der
   Oulipo-Gruppe an. Diese Traditionen möchte ich kurz skizzieren und
   Schulen der Netzdichtung im deutschen, französischen und
   angloamerikanischen Sprachraum vorstellen.
   
  3.1  Geschichte
  
    3.1.1  Vorläufer
    
   Die Geschichte algorithmischer Dichtung geht, in der westlichen
   Tradition, zurück auf den athenischen Rhetor Hegias Olynthios, der
   einer historischen Überlieferung zufolge einen Satz durch
   Vertauschung - Permutation - seiner Wörter variieren und
   vervielfachen konnte.7 Diese Form wird von dem Renaissance-Poetiker
   Julius Caesar Scaliger als ,,Proteusvers`` kanonisert [Sca61] und
   erlangt Popularität vor allem in der deutschen Barocklyrik, wo sie
   mit kabbalistisch-kombinatorischer Spekulation aufgeladen wird.
   Verbindung von Mathematik, Dichtung und Gesellschaftsspiel
   erscheinen die Mathematischen und philosophischen Erquickstunden
   [Har36] und Frauenzimmer-Gesprächspiele [Har57] des Nürnberger
   Dichters Georg Philipp Harsdörffer als frühe Prototypen einer
   algorithmischen Netzdichtung.
   
    3.1.2  Französische Tradition: Oulipo
    
   Eine Renaissance erfahren sprachkombinatorischer Verfahren in der
   Moderne. Mallarmé konzipiert sein posthumes Livre als Proteus-Buch,
   dessen zehn Bände in 3628800 verschiedenen Reihenfolgen gelesen
   werden können, Dadaisten und Surrealisten erfinden automatische
   Sprachspiele. Um eine Systematisierung kombinatorischer
   Dichtungsverfahren bemüht sich ab 1961 die von Raymond Queneau und
   dem Mathematiker Le Lionnais begründete Oulipo-Gruppe, der sich
   später auch Marcel Duchamp, Georges Perec, Italo Calvino und Oskar
   Pastior anschließen.8 Den Anstoß zur Gründung geben Queneaus
   Hunderttausend Milliarden Gedichte, ein Zyklus von zehn Sonetten,
   deren Verse auf Papierlamellen gedruckt und untereinander vertauscht
   werden können [Que61]. Die Buchausgabe zitiert neben Alan Turing
   auch einen Proteusvers Harsdörffers. 1977 gründet der Oulipo eine
   Untersektion für Computerliteratur, die unter anderem Queneaus
   Sonette als Computerprogramm umsetzt und im Centre Pompidou
   ausstellt [Fou77].9
   
   Auch heute noch existiert die Oulipo-Gruppe; sie wird im Sommer 2000
   im Literaturhaus Berlin tagen. In ihrem weiteren Umfeld existieren
   öffentliche Diskussionforen und World Wide Web-Seiten, auf denen
   oulipotische Sprachspiele betrieben werden, sowie die Zeitschrift
   Formules, die die Geschichte von Oulipo und kombinatorischer
   Dichtung untersucht.
   
    3.1.3  Deutschsprachige Tradition: Konkrete Poesie
    
   Die ersten deutschsprachigen Computergedichte werden im Kontext der
   konkreten Poesie geschrieben. Die Stuttgarter Gruppe um Max Bense
   programmiert in den späten 1950er Jahren Gedichte auf einem
   Zuse-Rechner [Döh98] Der Kybernetiker Abraham A. Moles
   veröffentlicht 1962 in Stuttgart ein ,,erstes manifest der
   permutationellen kunst``, das die deutsche konkrete Poesie mit der
   französischen Oulipo-Dichtung zusammenführt [Mol63]. 1972
   veröffentlichen Eugen Gomringer und der bildende Künstler Günther
   Uecker ein Buch mit einem am Computer berechneten Proteusgedicht.
   
   Die heutige deutschsprachiger Netzliteratur bezieht sich selten auf
   diese Tradition. Viele Computerautoren, wie z.B. die Gewinner der
   ersten ZEIT-Literaturwettbewerbe, orientieren sich formal an
   amerikanischer Hyperfiction. Etablierte Schriftsteller wie Thomas
   Hettche oder Michael Rutschky schreiben im Internet konventionelle
   Lesetexte. Das meiner Meinung nach lesenswerteste deutsche
   Online-Literaturprojekt ist auch das älteste: Schon in den späten
   80er Jahren legten Heiko Idensen und Matthias Krohn das Fundament
   ihrer Imaginären Bibliothek
   http://www.uni-hildesheim.de/ami/pool/home.html. Geschult an Jorge
   Luis Borges und der Postmoderne, beschreibt die Imaginäre Bibliothek
   die Geschichte antilinearer Textformen in Form eines ebenfalls
   antilinearen Zettel- und Verweiskastens von Zitaten, Manifesten und
   poetologischen Reflexionen [IK]. Errichtet wurde sie mit Hilfe eines
   Hypertext-Autorensystems von Eastgate Systems, das speziell für die
   Erfordernisse von ,,Hyperfiction`` entwickelt wurde und innerhalb
   dessen Möglichkeiten und Grenzen ein Großteil der
   anglo-amerikanischen Computerdichtung entsteht.
   
    3.1.4  Anglo-amerikanische Tradition: Postmoderne und ,,Language Poetry``
    
   Mit seiner Emphase des ,,Hypertext`` ist Robert Coovers zu Beginn
   zitiertes Manifest The End of Books immer noch typisch für die
   Computer- und Netzdichtung amerikanischer Prägung [Coo92]. Im
   Zentrum dieses Diskurses steht die Brown University und der
   Literaturwissenschaftler George Landow, der in nomineller Anlehnung
   an Jacques Derrida und Roland Barthes den ,,Hypertext`` als
   dezentriertes, nonlineares Textmodell beschreibt - und damit
   poststrukturalistische Texttheorien auf sehr fragwürdige Weise zur
   Produktionstechnik umwidmet [Lan92]. Auf Landow und Coover beruft
   sich die ,,Hyperfiction``, die das Interface des
   Computertextfensters mit klickbaren Querverweisen für
   Erzähllabyrinthe nutzt. Als Klassiker der ,,Hyperfiction`` firmiert
   der elektronische Roman Afternoon von Michael Joyce, der als
   kommerzielle Software von Eastgate http://www.eastgate.com
   vertrieben wird. [Joy90]. Ebenfalls von Eastgate wird auch Jim
   Rosenberg verlegt, vormals Mitglied einer Gruppe von Lyrikern, die
   in Amerika unter dem Namen language poets bekannt geworden ist und
   seit den 60er und 70er Jahren mit intermedialen Gedichtformen
   experimentiert. Nur wenige von Rosenbergs elektronischen Gedichte
   können direkt im World Wide Web gelesen werden, weil sie für das
   Macintosh-Programm HyperCard geschrieben wurden oder, wie das Gros
   der bekannten ,,Hyperfiction``-Werke, von Eastgate kommerziell
   vertrieben werden. Auf Rosenbergs Website
   http://www.well.com/user/jer/index.html finden sich auch
   theoretische Aufsätze zur Computerliteratur.
   
    3.1.5  Kleiner Exkurs zum ,,Hypertext``
    
   Die Muster-,,Hyperfiction`` Afternoon überzeugt mich persönlich
   nicht genug, als daß ich das Lob ,,already a postmodern classic``
   teilen würde, mit dem der elektronische Klappentext wirbt. Noch
   weniger kann ich in diesem und verwandten Werken einen Beweis dafür
   erkennen, daß ,,Hypertext`` eine dezentrierte, nicht-lineare
   Computerliteratur ermögliche.
   
   In seiner lateinischen Ursprungsbedeutung heißt Text ,,das Gewebe``.
   Die Assoziation von Text mit ,,Textil`` und ,,Textur`` ist daher
   nicht zufällig, seine Hypertrophierung zu ,,Hypertext`` aus
   texttheoretischer Sicht ein Pleonasmus. In der Informatik steht
   ,,Hypertext`` auch weniger für ein Text-, als für ein
   Datenorganisationsmodell, das u.a. mit hierarchischen und
   relationalen Datenbanken konkurriert. Daß jeder Text aus Quer- und
   Selbstverweisen besteht - selbst Epen und bürgerliche Romane des 19.
   Jahrhunderts als jene historischen Ausnahmefälle einer Literatur,
   die tatsächlich linear von der ersten bis zur letzten Seite gelesen
   wird -, ist eine Grunderkenntnis jedes aufmerksamen Lesens. Wie
   Roman Jakobsons Modell der paradigmatischen Auswahl und der
   syntagmatischen Anordnung des sprachlichen Zeichens verdeutlicht,
   kann es weder wirklich ,,lineare``, noch wirklich ,,nichtlineare``
   Texte geben. Jeder Leser bezieht, was er punktuell in seiner Lektüre
   aufnimmt, auf die Erinnerung des bisher Gelesenen zurück, und so ist
   schon ein Reim, eine Wortstellungsfigur oder eine metrische
   Wiederholung eine ,,nichtlineare`` Struktur. Sie zu erkennen
   impliziert, daß jedes Lesen ein Prozeß des permanenten Vergleichens
   ist, des mentalen Springens und Vor- und Zurückgehens im Text und
   des Assoziierens mit anderen Texten.
   
   Wenn sich die Qualität eines literarischen Textes danach beurteilen
   läßt, wie dicht er sein Sprachnetz knüpft und wie komplex die
   Assoziationen sind, die er ermöglicht, so unterscheidet z.B. Kafkas
   Proceß von Okopenkos ELEX, daß er die Verstrickungen seines
   Erzählgewebes lediglich weniger offenkundig exponiert als letzterer.
   Umgekehrt generiert jede ,,hypertextuelle`` Aufteilung eines Texts
   in sich ,,lineare`` Erzählblöcke, und auch ein ,,Hypertext`` wird
   innerhalb einer linearen Zeitspanne und in einer bestimmten Sequenz
   gelesen. Vergleicht man z.B. Diderots Enzyklopädie oder eine
   gewöhnliche mit Querverweisen und Randglossen versehene Bibel mit
   Hyperfiction, so verleiht der Computer dem ,,Hypertext`` lediglich
   eine andere Benutzeroberfläche; eine Benutzeroberfläche, die im
   Vergleich zum gebundenen, beliebig blätterbaren Buch die Lektüre
   nicht befreit, wie es oft behauptet wird, sondern ihre Beweglichkeit
   durch auktorial vorgegebene Pfade einschränkt.
   
   Vannevar Bush Memex-Konzept, das dem ,,Hypertext`` zugrundeliegt,
   war nicht für Computer, sondern für mechanische Lesegeräte entworfen
   worden. Daß auch im heutigen Verständnis ,,Hypertext`` weder
   Computernetze, noch überhaupt Computer zwingend voraussetzt und
   ,,Hypertext`` mit ,,Computertext`` erst recht nicht synonym ist,
   wird in den Essayistik zur Netzdichtung hartnäckig übersehen.
   ,,Hypertext`` im HTML- oder Storyspace-Format anzuzeigen, fordert
   den Computer zwar als random access-Speicher, Telekommunikations-
   und Anzeigegerät, seine Algorithmik liegt jedoch brach.
   
    3.1.6  Netzdichtung
    
   Netzdichtung, darauf weisen auch Netzdichter hin,10 ist nicht
   synonym mit Computerdichtung. Sie kann jenseits von Computernetzen
   entstehen, wie zum Beispiel der Postversandroman von Peter Faecke
   und Wolf Vostell in den frühen 70er Jahren [FV70], oder wie
   Jahrhunderte davor Briefromane und Dichtungsspiele poetischer
   Gesellschaften. Nicht nur sie lassen die Erwartung einer radikal
   neuen Literatur aus dem Netz verfehlt erscheinen. Daß eine sich
   egalisierter Massenkommunikation verdankende poésie faite par tous11
   zwar interessant ist für ihre Beteiligten, weniger interessant
   jedoch für Außenstehende, zeigt die Entwicklung der Mail Art, die
   von den späten 1960er bis zu den späten 1980er Jahren viele Aspekte
   - und Probleme - digitaler Netzkünste im analogen Medium des
   internationalen Briefpostnetzes vorwegnahm.12 Ihre Protagonisten
   waren und sind zumeist nichtprofessionelle Künstler, die miteinander
   über neodadaistisch inspirierte Collagen, Stempel, Kleinobjekte und
   -zeitschriften kommunizieren. Die Mail Art begründete sich auf einem
   demokratisch-humanistischen Ethos, daß wer immer auch wolle an ihr
   teilnehmen könne. Die Kehrseite dieses Prinzips waren immanente
   Hierarchien und ein internes Karrieresystem, das vor allem
   Gruppenzugehörigkeit honoriert und Beiträge daher nicht an ihrer
   Qualität, sondern an ihrer Quantität und Kontinuität mißt. Dies
   führte, wie in vielen Vereins- und Subkulturen, zu vorzeitigen
   Selbsthistorisierungen und -kanonisierungen, die sich ähnlich jetzt
   auch in den Diskursen von Netzkunst und Netzliteratur ereignen.
   
    3.1.7  Computerdichtung
    
   Die Konsequenz, mit der sich Computer- und Netzdichtungen auf ihr
   technisches Medium einlassen, variiert erheblich. Dichtung kann
   Internet nur als flüchtigen Transmitter verwenden und sich zwischen
   Buchdeckeln verfestigen, sie kann Browser-, Graphik- und
   Programmoberflächen nutzen, um andere Gestalt anzunehmen, oder sie
   kann ihren Text algorithmisch erzeugen und transformieren. Ich finde
   nur solche Computernetzdichtung wirklich interessant, die Computer
   nicht nur als telegraphische Transmitter, Speicher und visuelle
   Aufbereiter von Texten einsetzt, sondern auch ihren Sprachcode nach
   programmierten Regeln transformiert oder generiert;
   Turing-vollständige Computertexte, in der Form autonomer
   Textautomaten (deren Programmierung als rekursive
   Transitionsnetzwerke in Gödel, Escher, Bach beschrieben wird13) oder
   von Filtern, die Text beschneiden, vervielfachen und umformen. Die
   Computer-Permutationslyrik von Bense, Brion Gysin und der
   Oulipo-Gruppe war in dieser Hinsicht schon in den 50er und 60er
   Jahren weiter als fast alle heutige so deklarierte Internetdichtung.
   
  3.2  ASCII Art 
  
   Ein interessantes Segment der Netzkunst spielt mit Buchstabencodes
   und alphanumerischen Textmontagen, die sich als fragmentierter Mix
   aus Befehlssequenzen, natürlicher Sprache und visuellen Rastern
   lesen und somit formal an die antik-moderne Tradition der
   Technopägnien - von ikonisch komponierten Gedichten - anknüpfen.
   Beispiele dieser ASCII Art finden sich auf http://www.7-11.org und
   http://m9ndfukc.com/kinematek. Diese Experimente sind ebenso
   interessant wie unbefriedigend, denn ihr Eindruck bleibt flüchtig,
   und sie frustrieren das Bedürfnis nach Verdichtung. Vielleicht sind
   sie gerade deshalb die adäquaten literarischen Formen des Internet
   und seiner lesefeindlichen Apparaturen. An der ungleichen
   Entwicklung und Akzeptanz von Netzliteratur einerseits und bildenden
   Netzkunst andererseits läßt sich ablesen, welche Codes besser auf
   dem Computerbildschirm funktionieren .
   
4  Resümé

   Die Möglichkeiten eines technischen Mediums machen Textformen nicht
   zwangsläufig populär, die dieses Potential auch ausschöpfen. Daß aus
   meiner Sicht heute wenig mehr interessante Computerdichtung im Netz
   zu finden ist, als in den Anfängen des World Wide Web um 1994, mag
   diese These untermauern. Von der Antike bis zur Gegenwart waren
   Technopägnien und kombinatorische Lyrik Marginalformen der Dichtung,
   und das Zeitalter digitaler Vernetzung scheint daran wenig zu
   ändern. So sehr Computernetze die Aufschreibe- und
   Distributionssysteme des Literaturbetriebs revolutionieren, wenn
   Bücher sein zentrales Produkt bleiben, wird Literatur auch auf
   Computern und im Netz fürs Papier geschrieben werden.
   
Literatur

   [BK93]
          Boehncke, Heiner (Hrsg.) ; Kuhne, Bernd (Hrsg.): Anstiftung
          zur Poesie : Oulipo - Theorie und Praxis der Werkstatt für
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   [Ced99]
          Cederqvist, Per: Version Management with CVS . Link oping:
          Signum Support AB, 1992-1999. -
          http://www.lorai.fr/~molli/cvs-index.html
   [Coo92]
          Coover, Robert: The End of Books. In: The New York Times Book
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          Correspondence Art . Toronto : Art Metropole, 1984
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   [Fou77]
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   [Fre]
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   [FV70]
          Faecke, Peter ; Vostell, Wolf: Postversandroman . Neuwied :
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   [Gri98]
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   [Har36]
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          Erquickstunden . 3. Frankfurt (Nürnberg) : Keip, 1990 (1636)
          (Texte der frühen Neuzeit)
   [Har57]
          Harsdörffer, Georg P.: Frauenzimmer Gesprächspiele . 2.
          Tübingen : Niemeyer, 1968-69 (1643-57) (Deutsche Neudrucke:
          Reihe Barock)
   [Hof79]
          Hofstadter, Douglas R.: Gödel, Escher, Bach . 12. Stuttgart :
          Klett-Cotta, 1989 (1979)
   [Ide96]
          Idensen, Heiko: Die Poesie soll von allen gemacht werden. Von
          literarischen Hypertexten zu virtuellen Schreibräumen der
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          Dirk (Hrsg.): Literatur im Informationszeitalter . Opladen :
          Westdeutscher Verlag, 1996. -
          http://www.uni-kassel.de/interfiction/projekte/pp/poesie.htm,
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   [IK]
          Idensen, Heiko ; Krohn, Matthias: Die imaginäre Bibliothek. -
          http://www.uni-hildesheim.de/ami/pool/home.html
   [Joy90]
          Joyce, Michael: Afternoon, A Story . Cambridge, Massachusetts
          : Eastgate Systems, 1990
   [Kai96]
          Kaiser, Reinhard: Literarische Spaziergänge im Internet .
          Frankfurt a.M. : Eichborn, 1996
   [Lan92]
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          University Press, 1992
   [Lib98]
          Libraries of the Mind: ELEX - Elektronischer LEXIXONROMAN
          einer sentimentalen Reise zum Exporteurtreffen in Druden .
          Verlag Mediendesign OEG, 1998. - Elektronische Adaption von
          Andreas Okopenko, Lexikonroman
   [Lis23]
          Lissitzky, El: Topographie der Typographie. In: El Lissitzky
          Maler Architekt Typograf Fotograf . Dresden : VEB Verlag der
          Kunst, 1976 (1923), S. 360
   [Man98]
          Manovich, Lev: Database as Symbolic Form. 1998. -
          http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199812/msg00041.html
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          Mathews, Harry (Hrsg.) ; Brotchie, Alastair (Hrsg.): Oulipo
          Compendium . London : Atlas Press, 1998
   [Mol63]
          Moles, Abraham A. erstes manifest der permutationellen kunst.
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   [Pav84]
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          100000 Wörtern . München : Carl Hanser Verlag, 1988 (1984)
   [Per93]
          Perneczky, Géza: The Magazine Network . Köln : Edition Soft
          Geometry, 1993
   [Que61]
          Queneau, Raymond: Cent mille milliards de poèmes . Paris :
          Gallimard, 1961
   [Rüc74]
          Rückert, Friedrich: Grammatik, Poetik und Rhetorik der Perser
          . 2. Wiesbaden, Osnabrück (Gotha) : Verlagsbuchhandlung Otto
          Zelle, Antiquariat Otto Harrassowitz, 1966 (1874)
   [Sca61]
          Scaliger, Julius C.: Poetices libri septem . Lyon : ?, 1561
   [tra]
          trace online writing community. - http://trace.ntu.ac.uk
   [Wel95]
          Welch, Chuck (Hrsg.): Eternal Network . Calgary : University
          of Calgary Press, 1995
     _______________________________________________________________
   
  Fußnoten
  
   1 Dieser Text wurde am ersten Juli 1999 als Gastvortrag in einem
   Seminar für ausländische Kulturschaffende im Goethe-Institut Berlin
   referiert und erschien, in überarbeiteter Form, in der ALG Umschau,
   hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und
   Gedenkstätten e.V., Sonderausgabe 1999, S.11-17.
   
   2 Den deutschen Netzliteratur-Diskurs in allen seinen Facetten
   beschreibt Heiko Idensen in einem Interview
   http://www.dichtung-digital.de/Simanowski/6-Aug-99/Interview_Idensen
   .htm.
   
   3 wie z.B. ffm inc femdom cons für ,,zwei Frauen und ein Mann in
   einer weiblich dominierten sadomasochistischen, freiwillig
   eingegangenen Inzestbeziehung``
   
   4 Einführende Texte: das 1975 entstandene und stetig aktualisierte
   Jargon File http://www.tuxedo.org/~esr/jargon/, Richard M. Stallmans
   Bemerkungen zu rekursiven Akronymen
   http://kt.linuxcare.com/interviews/si199705_m.html und Eric S.
   Raymonds work-in-progress The Art of Unix Programming The Art of
   Unix Programming http://www.tuxedo.org/~esr/writings/taoup/.
   
   5 Eine ähnliche Form verwendet Milorad Pavi\'cs Roman Das
   Chasarische Wörterbuch von 1984 [Pav84].
   
   6 Als Ausgangspunkt für Lektüren dieser Texte empfiehlt sich Robert
   Kendalls Website Word Circuits http://www.wordcircuits.com.
   
   7 Zur Tradition permutativer Dichtung in außereuropäischen
   Literaturen siehe z.B. [Rüc74], S.168-170
   
   8 Standardwerke von und zu Oulipo sind das von Harry Mathews
   herausgegebene Oulipo-Compendium [MB98] sowie der Atlas de
   littérature potentielle [Oul81], dessen Beiträge zum Teil in der
   deutschen Oulipo-Anthologie Anstiftung zur Poesie [BK93] enthalten
   sind.
   
   9 Adaptionen der Hunderttausend Milliarden Gedichte im World Wide
   Web werden heute von Queneaus Erben verboten.
   
   10 besonders konzise Guido Grigat in seinem Einmaleins der
   Netzliteratur [Gri98].
   
   11 Lautréamonts Forderung bezieht auch Heiko Idensen in seinem
   lesenwerten Aufsatzmanifest Die Poesie soll von allen gemacht werden
   [Ide96] auf die Netzliteratur.
   
   12 Wichtige Literatur zur Mail Art: [CS84], [Wel95], [Per93].
   
   13 [Hof79], S.141-147
     _______________________________________________________________
   
Florian Cramer, c/o Freie Universität Berlin, Institut für Allgemeine und
     Vergleichende Literaturwissenschaft, Hüttenweg 9, D-14195 Berlin
                             paragram@gmx.net

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